In seltenen Fällen können Lebererkrankungen nur durch eine "krankhafte" (pathologische) Laborwerte auffallen. Meistens kann der Arzt mit weiteren Blutuntersuchungen und der Sonographie (Ultraschalluntersuchung) des Oberbauches die Erkrankung finden.
Manche Erkrankungen können jedoch erst durch die Entnahme einer winzigen Leberprobe diagnostiziert werden. Dies Probe wird dann feingeweblich (unter dem Mikroskop) untersucht.
Erkrankungen, die mit der Leberbiopsie gefunden oder ausgeschlossen werden:
- Ursache einer Leberverfettung
- Frage nach einer Leberzirrhose oder deren Ursache
- Information zum Festlegen einer Behandlungsstrategie
- Stadium einer Hepatitis
- Autoimmunerkrankungen der Leber
Methode und Vorbereitung:
1957 beschrieb Menghini eine Methode, bei der mit dünnen Nadeln Lebergewebe risikoarm gewonnen werden konnte. Heute wird dieses Verfahren unverändert verwandt, ergänzt durch eine sonographische Unterstüzung, wodurch das Risiko nochmals reduziert wird.
Es sollte:
- 8 Tage vor der Untersuchung Aspirin (ASS) abgesetzt
werden. - vor der Untersuchung eine Blutabnahme (Blutbild,
PTT,Quick) erfolgen. - am Vortag um 22.00 die letzte Mahlzeit eingenommen
werden. - am Untersuchungstag nichts mehr gegessen werden.
(Medikamente in Absprache)
Untersuchungsablauf:
- Ultraschalluntersuchung mit Festlegen der optimalen
Punktionsstelle. - Lokale Betäubung ggf. ergänzt mit einer kleinen
Sedierung. - Punktion mit einer feinen Nadel unter sterilen
Bedingungen (geht blitzschnell). - Ruhephase von 2-4 Stunden nach dem Eingriff.
Entscheident nach der Punktion ist die anschließende Ruhezeit. Desto länger der Patient ruht, desto geringer das Risiko einer seltenen Nachblutung ( s. Aufklärung und Einwilligung ), die schon mal zu einer stationären Beobachtung aber nur im Ausnahmefall zu einer Operation führt. Manchmal tritt nach der Untersuchung vorrübergehend ein Schmerz im Bereich der rechten Schulter auf, der jedoch nur den Leberkapselreiz dar-stellt und mit einem leichten Schmerzmedikament rasch zu mildern ist.
